20. Mai 2020

Der neue Mann der HC Eintracht Hildesheim

Interview mit dem Sportdirektor der HC Eintracht Hildesheim

Eintracht-Heimspiel gegen den HC Empor Rostock
Neuer Sportdirektor Martin Murawski

Moin Muri, wir fallen einfach mal mit der Tür ins Haus. Wenn du dich mit drei Worten beschreiben müsstest Welche Eigenschaften können wir von dir erwarten?

- Hallo, im Prinzip die gleichen Eigenschaften die ich auch als Spieler an den Tag gelegt habe Zuverlässigkeit, Professionalität und Ehrgeiz.


Und welche drei Gegenstände würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

- Auch wenn es kein Gegenstand ist auf jeden Fall meine Frau, Zahnbürste und eine Hängematte.


Was macht Martin Murawski, wenn er nicht an Handball denkt?

- Zeit mit der Familie und Freunden verbringen, wobei es da auch immer um Handball geht.


Erzähle uns bitte ein bisschen aus deiner Biografie!

- Ich bin in Berlin geboren und bin durch meine Eltern zum Handball gekommen. Habe dann bei den Füchsen Berlin von 2005 bis 2010 in der ersten Bundesliga gespielt und bin dann über den SV Post Schwerin, Eintracht Hildesheim, HC Erlangen, die HG Saarlouis wieder beim HC Erlangen gelandet. Ich habe jetzt meine aktive Karriere nach 15 Jahren Bundesliga beendet. Nebenbei habe ich eine Sportmanagement-Studium erfolgreich abgeschlossen und immer wieder zusätzlich berufliche Erfahrung an den Standorten, an denen ich gespielt habe, gesammelt.


Du hast bis vor kurzem noch in der stärksten Liga der Welt gespielt. Wie schaffst du den Change vom Leistungssportler zur Führungskraft einer GmbH?

- Wie gesagt ich habe neben dem professionellen Sport studiert und auch Berufserfahrung gesammelt. Weil ich wusste, dass es mit dem Handball schnell vorbei sein kann, habe ich immer versucht zweigleisig zu planen. Daher ist mir der Gedanke über die Zeit „danach“ nie fremd gewesen.


Wie sieht momentan Dein Alltag bei dem HC Eintracht aus?

- Die Planungen und Organisationen für die kommende Saison 2020/21 laufen seit geraumer Zeit im Hintergrund auf Hochtouren. Daher gibt es viel zu tun. Die Facetten sind groß, vom Ticketing über Planung der Sommervorbereitung, die Organisation der Geschäftsstelle und eben auch die Kaderplanung. Ich habe mit unserem Geschäftsführer einen hervorragenden Partner, wir harmonieren sehr gut miteinander und gehen alle anstehenden Projekte gemeinsam an.


Du kennst Eintracht und Hildesheim noch aus deiner aktiven Zeit. Wie ist Hildesheim im Allgemeinen und die Eintracht dir in Erinnerung geblieben? Was hat dir imponiert?

- Natürlich die Volksbank-Arena und die Stimmung durch die Fans. Die Eintracht genießt in der Handballwelt einen guten Ruf und dies gilt es fortzuführen.


Vor welchen Herausforderungen & Entscheidungen stand der HC Eintracht bei seinen ersten Schritten?

- Man muss sich die „neue“ GmbH ähnlich wie ein Start-Up Unternehmen vorstellen, dann wird vieles nachvollziehbar und verständlich. Die Gründung der GmbH, sowie die Planungen haben bereits im Frühjahr 2019 begonnen. Es gab eine große Bandbreite an Prozessen und Projekten, die geplant, organisiert und durchgeführt werden mussten. Wie die Finanzierung durch Sponsoren, Installierung eines Ticketsystems, Kaderplanung, Marketing, Homepage und SocialMedia, Trainingsplanung usw.. Wir haben bei vielen Themen bei null angefangen, was zum einen eine Chance ist, aber auch eine Herausforderung und ein hoher Arbeitsaufwand bedeutet.


Wenn man sich als Spieler dem HC Eintracht Hildesheim anschließt. Welche Mentalität möchtest du entwickeln? Woran soll man denken, wenn man von dem HC Eintracht Hildesheim spricht?

- Ich möchte von meinen Spielern eine professionelle Einstellung und Auftreten sehen. Dazu gehört der Umgang untereinander, aber auch mit der Jugend, der sie ein Vorbild sein sollen, in jeglicher Hinsicht. Dazu die Bereitschaft die Komfortzone zu verlassen, damit wir als Team erfolgreich sind. Es ist mir sehr wichtig, dass sie sich in den Dienst der Mannschaft stellen, damit wir gemeinsam unsere Ziele erreichen können.


Was erwartest du von gestandenen Einträchtlern, wie Lothar von Hermanni oder Jakub Lefan? Und was erwartest du dir von potentiellen Neuzugängen?

- Ich habe am Anfang den Wunsch, dass sie den Neuzugängen eine Stütze bei der Integration sind. Da sehe ich aber nicht nur die beiden, sondern alle Eintrachtler in Verantwortung, alles weitere wird sich aus dem Saisonverlauf ergeben. Bei den Neuzugängen habe ich den Wunsch, dass sie sich schnell integrieren, damit sich Automatismen in Abläufen und Taktik einstellen und sie somit ihr volles Leistungspotential schnellstmöglich auf dem Spielfeld abrufen können. Insgesamt möchte ich ein Team sehen auf dem Spielfeld, welches mit Emotionen und Kampfgeist die Fans auf ihre Seite holt und Spiele gewinnt. Der Mannschaftsgedanke und das Erreichen unserer Ziele stehen hier klar im Vordergrund und dem muss auch der Egoismus untergeordnet werden. In der Hinsicht bin ich positiv gestimmt und denke, dass wir zusammen unsere Ziele erreichen werden.


Welche Rolle spielt das Trainerteam um Jürgen Bätjer bei diesen Plänen? Was erwartest du von Ihnen?

- Ein großer Vorteil bei Jürgen Bätjer, neben der fachlichen Expertise als Handballtrainer, ist, dass er als Pädagoge den Umgang mit Menschen und vor allem jungen Spieler beherrscht und Erfahrungen besitzt wie man Konflikte lösen kann bzw. diese frühzeitig erkennt. Es wird eine intensive Aufgabe aus der neu formierten Mannschaft eine Einheit zu formen, aber auch hier möchte ich unterstützend wirken, sodass wir in Verbindung mit Chris Meiser den Blick aus drei verschiedenen Winkeln haben und dadurch weitsichtig Lösungen für anfallende Problemstellungen finden.


Welche Handballphilosophie verfolgt ihr? Du und dein Trainerteam?

- Hier möchte klar herausheben, dass ich in dem Trainerteam als beratende Funktion und für kritische Analysen zur Verfügung stehen werde, aber keine Aufstellung, taktische Elemente o.ä. diktiere. Hier sehe ich uns als Stab, der sich gegenseitig unterstützt. Wir wollen aus einer stabilen und konstanten Abwehrleistung in das Tempospiel kommen und dabei unnötige Fehler vermeiden. Hier ist aber erstmal wichtiger in der Sommervorbereitung schnell zusammen zu wachsen und viele Abläufe zu automatisieren, aber trotzdem in der einzelnen Situation handlungsfähig zu bleiben. Das benötigt sehr viel Einsatz von allen. Diese Herausforderung müssen wir annehmen, nur dann können wir unsere gemeinsamen Ziele erreichen.


Was wird sich in der täglichen Arbeit verändern? Wie oft wird trainiert? Gibt es besondere Kernpunkte, die du verbessern möchtest, zum Beispiel eine bessere Physis?

- Im Grunde nicht viel was die Trainingssteuerung angeht. Es wurde auch in der Vergangenheit unter professionellen Bedingungen trainiert. Wir haben uns intern hohe Ziele gesteckt, die nicht im vorbeigehen erreicht werden. Es kommt auf jeden an, jede Trainingseinheit sein Bestmögliches zu zeigen damit wir uns Woche zu Woche und Spiel zu Spiel weiterentwickeln.


Möchtest du noch ein paar persönliche Worte an die treuen Eintracht-Fans richten?

- Ich würde mich sehr freuen, wenn alle in der Stadt und der Region Hildesheim unseren gemeinsamen „neuen“ Weg mitgehen und wir daraus ein erfolgreiches und ereignisreiches Projekt machen können. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr unsere Spiele besuchen kommt und uns lautstark anfeuert, damit wir siegreich vom Spielfeld gehen.