22.02.26
Kein Spiel für Ästheten
Es war kein Spiel für Ästheten – aber eines, das den Puls in die Höhe trieb. Vor 1.219 Zuschauern in der Sparkassen-Arena unterlag der HC Eintracht Hildesheim dem EHV Aue mit 32:34 (15:16) und verlor damit eine Partie, die bis in die letzten Sekunden offen war. Gewonnen hat am Ende die Mannschaft aus dem Erzgebirge, die in den entscheidenden Momenten die kühleren Köpfe behielt und weniger Fehler machte.
Starker Start, dann der Einbruch
Hildesheim begann furios. Innerhalb der ersten drei Minuten zog die Heimmannschaft durch Tore von Billepp, einen verwandelten Siebenmeter von Möller und einen weiteren Treffer von Wäger auf 3:0 davon. Aue fand zunächst keinen Zugriff, doch Pereira und Bones verkürzten schnell, und bis zur 7. Minute war die Partie beim 4:3 bereits wieder offen. Es folgte ein munteres Hin und Her, das bis zur 15. Minute beim Stand von 7:6 für Hildesheim andauerte.
Dann kam der kritische Abschnitt der ersten Hälfte: Zwischen der 15. und der 20. Minute lief Aue mit einer 7:10-Führung davon. HC Eintracht musste früh die Auszeit nehmen (18. Minute), doch Aue legte weiter nach. Hildesheim kämpfte sich zurück, verkürzte auf 10:11, ehe Aue wieder anzog. Erst nach der Roten Karte gegen Auges Sebastian Paraschiv (27. Minute, Gesichtsschlag gegen Wäger) fand Hildesheim wieder Tritt. Die Gastgeber nutzten die numerische Überlegenheit, kämpften sich bis kurz vor der Halbzeit auf 15:15 heran – ehe Döbler kurz vor dem Pfiff das 15:16 erzielte.
Hildesheim dreht auf – und verliert den Faden
Die zweite Halbzeit begann mit einem Kraftakt der Gastgeber. Beim Stand von 20:21 startete HC Eintracht eine beeindruckende Serie und zog bis zur 45. Minute auf 26:23 davon – ein Vier-Tore-Vorsprung, der Hoffnung machte. Doch Aue war keineswegs geschlagen. Angeführt von Paul Bones (11 Tore) und Francisco Pereira (8 Tore) kämpfte sich der EHV zurück und glich beim 26:26 wieder aus. Es entwickelte sich ein nervenaufreibendes Schlussphase mit mehreren Führungswechseln, Auszeiten und bis zum Schluss offenem Ausgang.
In der 54. Minute – beim Stand von 28:29 – nahm Hildesheim die Auszeit, Piet Möller verwandelte zum 29:29. Doch Aue antwortete postwendend durch Döbler zum 29:30. Hildesheim glich nochmals aus (30:30), kassierte dann aber innerhalb weniger Minuten das 30:31 und 30:32. Tjark Jonas verkürzte in der 59. Minute auf 31:32, doch die Auszeit von Aue half dem EHV, die Nerven zu behalten: Döbler traf zum 31:33, und Bones setzte mit einem verwandelten Siebenmeter in letzter Sekunde den Schlusspunkt zum 32:34.
Individuelle Leistungen
Überragender Mann auf Auseite war Paul Bones mit elf Treffern – ein Unterschiedsspieler in den entscheidenden Momenten. Francisco Pereira steuerte acht Tore bei, darunter wichtige Siebenmeter. Für Hildesheim war Piet Möller mit elf Treffern der mit Abstand torgefährlichste Akteur, gefolgt von Tjark Jonas (7) und Philipp Wäger (4).
Fazit
Es war eine Begegnung, die mehr von Kampfgeist und Nehmerqualitäten lebte als von spielerischer Klasse – und das machte sie für die 1.219 Zuschauer in der Sparkassen-Arena so sehenswert. Hildesheim zeigte über weite Strecken eine starke Moral, lag zweimal mit drei Toren hinten und drehte die Partie zwischenzeitlich ins Positive. Am Ende aber war es Aue, das in den entscheidenden Situationen der Schlussminuten konsequenter agierte. Cheftrainer Daniel Deutsch brachte es nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Insgesamt natürlich nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben und wofür wir auch gearbeitet haben, am Ende ändert es nichts und wir müssen diese engen Spiele annehmen und unsere Ziele weiter im Auge behalten.“ Der HC Eintracht kann trotz der Niederlage auf eine kämpferische Leistung zurückblicken.
HC Eintracht – EHV Aue 32:34 (15:16)
HC
Eintracht: Jan Wesemann, Leon Krka – Piet Möller (11/5), Jorit Reshöft, Robin
Müller (1), Péter Szmetán (2), Petar Juric (1), Philipp Wäger (4), Henning
Stoehr, Hendrik Hanemann (2), Lukas Quedenbaum (1), Tjark Jonas (7), Luis
Rodriguez (1), Matteo Ehlers, Florian Billepp (2)
EHV
Aue: Armis Priskus, Max Mohs – Robin Pfeil (3), Kevin Roch (1), Maximilian
Hinz, Sergi Alá I Sánchez (1), Francisco Pereira (8/2), Dieudonné Mubenzem,
Paul Bones (11/2), Jonko Swat, Justin Döbler (6), Sebastian Paraschiv, Torben
Lange, Mihkel Löpp (3)
Schiedsrichter:
Peter Abel und Christian Herpolsheimer
Zeitstrafen:
HCE 1 (Billepp) – EHV 4 (2 x Lange, Bones, Alà I Sanchez)
Rote
Karten: Sebastian Parashiv (Aue) in der 27. Minute nach Gesichtsschlag Philipp
Wäger
Siebenmeter:
HCE 6/5 (Möller scheitert an Priskus) – EHV 6/4 (Pereira scheitert an Krka und
Wesemann)
Zuschauer:
1219
Spielfilm:
1:0, 2:0, 3:0, 3:1, 3:2, 3:3, 4:3 (7.), 4:4, 4:5, 5:5, 6:5, 6:6, 7:6 (15.),
7:7, 7:8, 7:9 (Auszeit HC E/18.), 7:10, 8:10 (20.), 9:10, 9:11, 9:12, 10:12,
10:13, 11:13, 11:14, 12:14, 12:15, 13:15 (Auszeit Aue/28.), 14:15, 15:15, 15:16
(Hz.), 16:16, 16:17, 17:17, 17:18, 17:19, 18:19, 18:20, 19:20, 19:21, 20:21
(38.), 21:21, 22:21, 22:22, 23:22, 24:22, 24:23 (45.), 25:23, 26:23, 26:24,
26:25, 26:26, 27:26, 27:27, 28:27, 28:28, 28:29 (Auszeit HC E/54.), 29:29,
29:30 (56.), 30:30, 30:31, 30:32, 31:32, 31:33 (Auszeit HC E/59.), 32:33
(Auszeit Aue/60.), 32:34