24. Oktober 2021

Handballkrimi in der Volksbank-Arena

HC Eintracht Hildesheim gewinnt gegen den MTV Braunschweig

Eintracht-Heimspiel gegen den HC Empor Rostock
Bild: HC Eintracht Hildesheim

Ausgeglichen gestaltete sich die Begegnung am heutigen Sonntagnachmittag zwischen dem HC Eintracht Hildesheim und dem MTV Braunschweig. Nachdem in der ersten Halbzeit die Führung immer wieder hin und her wechselte, gaben die Hildesheimer im zweiten Durchgang zwar nie die Führung ab, konnten sich jedoch auch nie weiter als drei Tore absetzen. Nach nicht von Spannung zu übertreffenden letzten drei Minuten gewinnt der HC Eintracht Hildesheim mit 29:27 gegen den MTV Braunschweig.

Wie von Jürgen Bätjer vorhergesagt, starteten die Gäste aus Braunschweig mit einer offensiven Abwehrreihe und zeigten in den ersten Minuten auch im Angriff ihre Stärken. Nach knapp drei Minuten ging das Gästeteam mit 1:3 in Führung. Eine Minute später konnten die HC-Einträchtler durch Marko Matic jedoch ausgleichen. Ausgeglichen verliefen dann auch die nächsten Minuten über 3:4, 4:5 und 5:5, bevor die Hausherren in Unterzahl zum ersten Mal in Führung gingen (6:5). Lange schauten sich das die Gäste aus Braunschweig jedoch nicht an und glichen direkt im Gegenzug wieder aus (13. Min). So richtig an die offensive Abwehr der Gegner hatten sich die Einträchtler jedoch noch nicht gewöhnt und mussten ein ums andere Mal durch individuelle Fehler den Ball abgeben, sodass Braunschweig in der 14. Minuten mit 6:7 in Führung ging. Doch vor allem die HC-Abwehrreihe und Schlussmann Konstantin Madert standen stabil, sodass nach knapp 19 Minuten zwar die Führung (10:9) ausgespielt werden konnte, trotzdem sah Trainer Jürgen Bätjer Redebedarf und bat entsprechend zur Auszeit. Zu Beginn der letzten zehn Minuten der zweiten Halbzeit lag das Momentum, dann zwischenzeitlich auf Seiten der Hildesheimer. Erst netzte Jan Winkler im Tempogegenstoß ein, dann parierte Konstantin Madert, bevor der bereits erwähnte Jan Winkler zum 13:11 erneut in Braunschweigs Tor traf. Die zwei Tore Führung der Hildesheimer nahm der Gästetrainer zum Anlass und legte den grünen Karton. Diese kurze Absprache schien gewirkt zu haben, denn binnen 15 Sekunden glichen die Gäste aus Braunschweig zum 13:13 aus. Fünf Minuten zeigte die Anzeigetafel zu diesem Zeitpunkt noch an und so ausgeglichen auch die komplette erste Halbzeit verlief, trennten sich die beiden Teams über 14:13 und 14:15 mit 15:15 unentschieden in die Halbzeitpause. 

Das erste Tor der zweiten Halbzeit war gleichzeitig das erste Tor vom Siebenmeterpunkt. Lothar von Hermanni bringt in der 32. Minuten den HC Eintracht Hildesheim mit 16:15 in Führung. Kurz darauf gleichen die Gäste durch Niklas Wolters aus. Die nächsten zwei Minuten sind von einigen Fehlern auf beiden Seiten geplagt, bevor René Gruszka zum 17:16 trifft – und wieder gleichen die Braunschweiger kurz danach aus. Nach einem Foul müssen die Gäste für zwei Minuten in Unterzahl agieren, was die Hildesheimer Hausherren nutzen und mit 19:17 in Führung gehen. Das Gästetrainer Volker Mudrow die Auszeit einforderte, hatte sicherlich den Hintergrund, dass zum ersten Mal in diesem Niedersachsenderby die Anzeigetafel eine drei Tore Führung anzeigte. Antonio Sario hatte kurz vor dem Gesprächsbedarf der Braunschweiger Bank zum 21:18 aus Sicht der Hildesheimer erhöht (43. Min.). Dass Moritz Schade aufgrund seiner dritten Zweiminutenstrafe mit der Roten Karte vom Platz gebeten wurde, hatte eine Unterzahl für die Hildesheimer zur Folge. Der MTV Braunschweig nahm dies dankend an und spielte sich auf ein Tor Abstand (21:20) 15 Minuten vor Schluss ran. Die HC-Einträchtler wollten heute jedoch keinen Punkt aus der Volksbank Arena geben, weshalb der HC-Cheftrainer bei 22:21 die einminütige Absprache, in Form der Auszeitkarte, nutze. Was sein Trainer verlangte, ließ sich Jakub Tonar heute nicht zwei Mal sagen und tank sich im 1:1 zum 23:21 durch und kurz darauf zum 24:22. Die letzten zehn Minuten brachen an und wie es sich für ein Derby gehört, blieb es weiter ausgeglichen und spannend, sodass die Gäste aus Braunschweig zum 24:24 ausglichen. In den letzten fünf Minuten klopfte dann wahrscheinlich jedes Handballherz, beim 26:25 und 27:25 Torerfolg der Hildesheimer explodierte die Volksbank-Arena sprichwörtlich. Als beim 28:26 eine Minute vor Schluss der frisch eingewechselte Leon Krka am Siebenmeterpunkt parierte war es um jeden HC-Fan geschehen und kaum wer hielt sich noch auf seinen Plätzen. Zehn Sekunden vor Schluss trafen die Gäste dann im zweiten Versuch zum 28:27 vom Punkt, Jürgen Bätjer nutze nochmals die Chance sein Team einzuschwören. Als René Gruszka mit dem Schlusssignal den Strafwurf rausholte und Lothar von Hermanni verwandelte, spürte man auch wie die Anspannung auf der Hildesheimer Bank abfiel und die komplette Arena feierte mit dem Team den 29:27 Heimsieg.

„Das war ein hart umkämpftes Derby. Ich hatte vor dem Spiel gesagt so ein richtiges Derby hatten wir noch nicht – heute hatten wir das. Ich denke wir haben verdient gewonnen am Ende. Wir haben unsere Fehlerquote nicht ganz so gering gehalten wie in den letzten Wochen, deshalb haben wir Braunschweig immer wieder ins Spiel gebracht. Aber ich finde das ist doch auch ein richtiges Handballspiel, dass es mal knapp ist und man nicht einfach mit zehn Toren von vorne weg immer einfache Spiele gewinnt. Das haben wir letzte Woche gut gemacht, das haben wir heute gut gemacht, sind das nervenstark geblieben und das ist mir sehr wichtig.“, freut sich auch Trainer Jürgen Bätjer nach der Partie.

Eintracht – MTV Braunschweig

HC Eintracht: Konstantin Madert, Leon Krka - Juan Antonio Sario Viciano (1), Sören Kress (1), Lukas Schieb, Marko Matic (3), René Gruszka (2), Jakub Tonar (3), Nikolaos Tzoufras (6), Kay Behnke, Lothar von Hermanni (5/3), Moritz Schade, Jan Winkler (6), Eimantas Grimuta (3)

MTV Braunschweig: David Suilmann, Marek Stefanic - Marko Karaula (5), Rade Radjenovic, Johannes Krause, Niklas Wolters (6), Philipp Moritz Krause (7/2), Malte Dederding, Bela Pieles (2), Lasse Giese (1), Vincent Schmidt, Jan-Bennet Kanning (6)

Schiedsrichter: Eelco Schmitz / Robin Schmitz

Zeitstrafen: HC Eintracht 4 (Schade, Matic) – MTV Braunschweig 1 (Krause)

Siebenmeter: HC Eintracht 3/3  – MTV Braunschweig 2/3

Rote Karten: HC Eintracht Hildesheim 2 (Schade, Winkler)

Zuschauer: 874

Spielfilm: 1:1, 1:3, 4:5, 6:6, 9:8, 10:9 (Time-Out HC Eintracht Hildesheim / 19), 11:10, 13:11 (Time-Out MTV Braunschweig / 25), 13:13, 14:15, 15:15 (HZ), 16:15, 18:17, 19:18, 21:18 (Time-Out HC MTV Braunschweig / 43), 21:20, 22:21 (Time-Out HC Eintracht Hildesheim / 48), 24:22, 24:24, 25:24 (Time-Out MTV Braunschweig / 54), 25:25, 27:26, 28:26, 28:27 (Time-Out HC Eintracht Hildesheim / 60), 29:28