01. Mai 2021

Hildesheim erkämpft sich einen Punkt

28:28 Unentschieden beim VfL Eintracht Hagen

Eintracht-Heimspiel gegen den HC Empor Rostock
Bild: Rainer Coordes

Am vierten Spieltag reiste der HC Eintracht Hildesheim am Tag der Arbeit im Aufstiegskampf zum Topfavoriten nach Hagen. Ein überragender Jakub Lefan im Tor und der starke Kampfgeist der Einträchtler sichert ein Unentschieden beim aktuell ungeschlagenen Gastgeber aus Hagen. Damit klettern die Hildesheimer vom Tabellenschlusslicht auf Platz 4 und hätten in der aktuellen Situation das Play-Off-Ticket in den Händen.

Bereits vor Anpfiff musste das Team um Trainer Jürgen Bätjer auf zwei Akteure verzichten. Jakub Tonar und Jan Winkler mussten verletzungsbedingt weichen. Mit besseren Nachrichten startete jedoch die erste Halbzeit. HC-Torhüter Jakub Lefan parierte gleich zu Beginn stark und die Gäste eröffneten die Begegnung mit einer Führung. Bis zur 14. Spielminute gestaltete sich das Spiel ausgeglichen. Lediglich einmal konnte sich der Gastgeber mit zwei Toren (4:2) absetzen. In der zweiten viertel Stunde zogen die Einträchtler Tor um Tor davon. Nicht nur eine souveräne Abwehrleistung und ein gutes Tempospiel sondern vor allem auch eine starke Torhüterleistung führte über 7:10, 9:12 und 10:14 zu einem Vier-Tore-Vorsprung. Kurz vor der Halbzeitpause glänzte Lothar von Hermanni und sein Team mit einem Kempa-Tor, Jakub Lefan machte weiter wie die letzten Minute und nagelte sein Tor sprichwörtlich zu, sodass sich beide Teams beim Stand von 11:15 in die Kabine verabschiedeten.

Hagen kam stärker aus der Pause, trotzdem konnten die Gäste auch in der zweiten Halbzeit ihren erspielten Vorsprung festhalten. In der 40. Minute musste Hildesheims Jonas Richardt mit der dritten Zeitstrafe auf der Tribüne Platz nehmen und Hagen glich über 17:20, 19:21 und 21:22 zum 22:22 aus. In den letzten zehn Minuten begann dann der eigentliche Handballkrimi. Zwar konnte der HC Eintracht Hildesheim immer wieder in Vorsprung gehen, der Gastgeber glich im Gegenzug jedoch konstant aus.

Vier Minuten vor Spielende konnte sich dann wahrscheinlich kein Handballfan mehr auf den Sitzen halten, als der VfL Eintracht Hagen das erste Mal seit der 12. Spielminute in Führung (27:26) ging. Beim Stand von 28:27 verwirft René Gruszka am 7-Meter Punkt. Die Uhr zeigt 58:19 min Spielzeit an und auf dem Parkett ist der Gastgeber nicht nur ein Tor vorne, sondern auch in Ballbesitz. Doch da war er nochmal. Ein letztes Mal in diesem Spiel parierte Jakub Lefan mit Unterstützung seiner sehr gut arbeitenden Abwehrreihe. Die Partie geht in die letzte Spielminute, Trainer Jürgen Bätjer ruft sein Team nochmals zusammen und gibt die letzten Anweisungen. 38 Sekunden vor Schluss, dann die zwei Minutenstrafe für Hagen. 22 Sekunden vor Abpfiff der technische Fehler auf Hildesheimer Seite, fünf Sekunden später dann beim Gastgeber. Der HC Eintracht Hildesheim holte sich in Person von Niko Tzoufras mit Schlusspfiff die letzte Möglichkeit auf ein Unentschieden. Das Duell am 7-Meter-Punkt trat Kapitän Lothar von Hermanni gegen Hagens Tobias Mahnke an und verwandelte schmerzlos zum Unentschieden.

Auf die Frage, ob man traurig über den verlorenen Punkt ist, antwortet Jürgen Bätjer in der anschließenden Pressekonferenz: „Nein, das wäre jetzt vermessen nach so einer Leistung zu hadern, nach einem Unentschieden hier beim absoluten Topfavoriten in Hagen. In einer Phase in der wir momentan sind, mit zwei Niederlagen im Gepäck und wirklich auch viel Kritik.“ Stattdessen zeigt er sich erfreut über den Erfolg: „Ich freu mich tierisch, dass wir hier einen Punkt geholt haben und weiterhin an uns glauben. Wir haben noch zwei Spiele. Es ist alles drin. Es tut gut nach so viel Kritik was Positives mitzunehmen.“

Kommende Woche ist das Team spielfrei, bevor es am 11.05.2021 um 19 Uhr ins letzte Heimspiel der Vorrunde auf den HC Empor Rostock trifft.